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Colabor: Südpol x Hochschule Luzern Design & Kunst
Eva-Maria Würth, freischaffende Künstlerin (unter dem Namen Interpixel zusammen mit Philippe Sablonier) und Dozentin an der Hochschule Luzern – Design & Kunst und Nikolai Ulbricht (freier Dramaturg, Produktionsleiter und ehemaliges Teammitglied der Darstellenden Künste im Südpol) leiten gemeinsam das Modul Colabor, welches in Kooperation mit dem Südpol und im Rahmen des Studiengangs Design & Kunst der Hochschule Luzern stattfindet. Initiiert wurde das Modul 2022 unter dem Namen «IDA-Modul» von Eva-Maria Würth und Nika Spalinger in Zusammenarbeit mit Magda Dozd, der damaligen Leiterin Darstellende Künste im Südpol. Ziel war, die Kooperation gleichsam für den Südpol und die Studierenden attraktiv zu gestalten.
Studierende lernen Kultur und Kulturvermittlung praxisnah kennen – konkret durch die Kooperation mit dem Südpol und der Auseinandersetzung mit den darin stattfindenden Inhalten. Sie erhalten Einblick in den spezifischen räumlichen und gesellschaftlichen Kontext des Kulturbetriebs und erarbeiten in Gruppen ein zielgruppenspezifisches Vermittlungsprojekt. Dabei durchlaufen sie reale Prozesse in Kommunikation, Organisation, Finanzierung und Marketing. Der Fokus liegt auf partizipativer Kulturvermittlung, interdisziplinärer Zusammenarbeit und der Förderung von Selbst- und Sozialkompetenzen der Studierenden. Gemäss den beiden Modul-Leiter*innen ist besonders wertvoll, wenn Studierende reflektieren, wie sehr sie vom Blick hinter die Kulissen des Südpol profitieren und sich ihr Verständnis für Kulturorte als wichtige Bestandteile der Gesellschaft verändert. Erfreulich ist laut den beiden auch, dass die Studierenden eigenständig Projekte entwickeln und jene, die bisher geringe Berührungspunkte mit den Darstellenden Künste hatten, meist begeistert auf diese Kunstform reagieren.
Im Gespräch mit einer der Arbeitsgruppen des Moduls Colabor:
DELIA HERZOG, NOAH DIETRICH, GWENDOLIN GOOD
Wieso habt ihr euch für dieses Modul angemeldet?
N: Ein Freund von mir hat ein Jahr zuvor im Südpol in diesem Modul eine Wandmalerei gemacht, das hat mich inspiriert, auch an diesem Modul teilzunehmen. Ich war ausserdem gleich nebenan in der Musikschule über 12 Jahre im Musikunterricht und fand die Idee schön, hier etwas in einer Form von Kunst beizutragen.
G: Ich wollte mich herausfordern. Es ist für mich eine neue Erfahrung in einer Gruppe ein Projekt zu gestalten, zusammen zu entwickeln und auszuarbeiten.
D: Ich habe dieses Modul gewählt, weil ich selbst in Kulturkreisen unterwegs bin – beispielsweise mit dem Musical Fever Luzern oder mit verschiedenen Bands aus Luzern. Wir durften hier auch schon die Räumlichkeiten nutzen, im Club spielen etc. Ich dachte es sei toll zu lernen, wie etwas in gestalterischer und künstlerischer Form zu einem Kulturhaus beigetragen werden kann. Ich möchte möglichst alles aus diesem Modul hier im Südpol mitnehmen können.
Habt ihr bereits einen Bezug zum Südpol Luzern, wenn ja, welchen?
N: Durch Musikunterricht und den Besuch von einzelnen Veranstaltungen hier.
G: Ich bin Musikschaffende und war beispielsweise mit dem «High on the Sound» Musikmagazin Release hier gewesen.
D: Ich habe den Südpol einfach immer als Raum für Kultur wahrgenommen und war schon als Kind öfter hier, beispielsweise um Theateraufführungen anzuschauen.
Was lautet konkret der Auftrag, den ihr für dieses Modul erfüllen müsst?
Der Auftrag ist grundsätzlich sehr frei, wir konnten den Rahmen und Kulturbereich selbst bestimmen – ein Bezug zum Südpol sollte aber gegeben sein. Das Endergebnis muss nicht zwingend ein physisches Produkt sein, es kann auch ein Werbevideo oder Konzept oder Ähnliches sein – halt so, wie es innerhalb eines Monats möglich ist. Es sollte jedoch ein Projekt sein, welches zur Kulturvermittlung, bzw. zur Vermittlung vom Südpol als Kulturort, beiträgt.
Für welches Projekt habt ihr euch entschieden, was beinhaltet es?
Unser Projekt ist als offenes, partizipatives Community-Projekt konzipiert, das von Menschen, welche sich in dieser Räumlichkeit, dem Backstage aufhalten, mitgestaltet werden darf. Ursprünglich entstand in unserer Gruppe die Idee, eine Wandmalerei mit einem „Lindwurm“ – also einem Drachen – zu gestalten. Im Austausch mit dem Südpol-Team wurde jedoch schnell klar, dass ein stärkerer Bezug zu Musik und somit Bands sinnvoll und wünschenswert wäre. Daraus entstand unser „Lindwurm 2.0“ – eine abstrakte Skulptur aus gebrauchten musikbezogenen «Dingen», wie gebrauchte Musikinstrumente, Platten etc. Als Marc Hostettler, Techniker im Südpol, uns eine Haustour gegeben hat, wussten wir direkt, dass wir den Backstagebereich des Clubs umgestalten möchten. Unser Ziel war es, das Ambiente in der Garderobe aufzuwerten und eine angenehmere Atmosphäre zu schaffen, ohne dabei den Rückzugsort für Künstler*innen nach einer Show zu stören.
Was nehmt ihr aus dieser Zeit hier mit & möchtet ihr noch was loswerden?
Wie bei vielen Projekten wurde uns bewusst: Die Zeit reicht nie so ganz, wie man es sich anfangs vorstellt – vor allem, wenn unerwartete Dinge wie Krankheit dazwischenkommen. Trotzdem hat am Ende alles seinen Platz gefunden. Es ist ein besonderes Gefühl, mit etwas Selbstgestaltetem ein Teil des Südpols zu sein – das hat uns sehr gefreut.