Julian Vogel: Andere Genres, andere Arbeitsweisen

Im Dezember und Januar besucht uns der zeitgenössische Zirkusartist Julian Vogel mit zwei ungleichen Produktionen – seinem Solo-Projekt «China Series» und als Teil der siebenköpfigen Performancegruppe Compagnie Trottvoir. Beide Bühnenprojekte fordern eine ganz unterschiedliche Arbeitsweise. Ausschlaggebend ist weniger der Solo-vs-Kollektiv-Charakter, als die abweichenden Genres. Als zeitgenössisches Zirkusprojekt angelegt, entzieht sich «China Series» jeglicher zeitlicher und örtlicher Abhängigkeit. Vielmehr versteht sich die Serie als Forschungsprojekt. Ein Projekt, dass keine zeitliche Begrenzung kennt und keinem Endprodukt entgegenstrebt. Der zeitgenössische Zirkus-Künstler Julian Vogel befasst sich darin mit dem Diabolo, einem Objekt, das ihn schon lange begleitet. Ausgehend vom Diabolo widmet er sich unterschiedlichen Keramik-Objekten und deren Inszenierung. Vogel tüftelt, forscht und prüft verschiedenste Situationen, die den Objekten gerecht werden, diese in ein neues Licht rücken oder sie entfremden. Im Südpol testet er von Dezember 2019 bis April 2020 sechs Mal seine Forschung am Publikum. Dieses zyklische Arbeiten findet sich im zeitgenössischen Zirkus oft, denn die Stücke sind darauf ausgelegt, während einer internationalen Tournee teilweise bis zu 150 Mal aufgeführt zu werden – ohne dabei Langeweile bei Künstler*innen und Publikum aufkommen zu lassen. Ganz anders verhält sich das Projekt «Und wenn du aufstehen würdest» der Luzerner Compagnie Trottvoir, welches einem eher geradlinigen Prozess folgt. Die Zusammenarbeit von sieben Künstler*innen der Richtungen Theater, Pädagogik, Schauspiel, Technik und zeitgenössischem Zirkus bedingt eine klare Organisation. Festgelegt auf einen fixen Zeitraum taucht die Performer*innen in den Arbeitsprozess ein, inspirieren sich gegenseitig, fordern die eigene Vorstellungskraft heraus, tauschen sich aus und entwickeln schliesslich ein Stück. Auf die Probephase folgen die Aufführungen – neu für die Compagnie ist jedoch, dass sie nicht auf Strassen und Plätzen spielen, sondern sich in den Hallen des Südpols einnisten und das Publikum von draussen reinholen. Zu sehen sind die Residenzshowings der «China Series» am 13/19. Dezember, 28. Februar und 06. März danach finden am 21/22/23. April die offiziellen Aufführungen statt. Die Compagnie Trottvoir feiert die Premiere ihres Stückes am 14. Januar und zeigt am 16/17/18. Januar weitere Vorstellungen.  
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