Grüsse aus dem Homeoffice: <em>Vanessa Gerotto</em>

GRÜSSE AUS DEM HOMEOFFICE

Vanessa Gerotto
Leitung Tanz / Performance
Lausanne, London, Luzern… Was hat dich an den Südpol gebracht?
V: Die Möglichkeit Projekte zu gestalten und zu lancieren, mit einem interdisziplinären Team, viel Freiheit und flachen Hierarchien zu arbeiten, so, dass Menschen inspirierende Momenten zusammen erleben können. Den Südpol habe ich schon immer mit positiven Bildern verbunden. Als Besucherin von Veranstaltungen, als Residenz von der Choreolab oder als Freiwillige für das Tanzfest Plakat. Ich sah und sehe den Südpol noch immer als ein Ort, der offen und voller Kreativität ist. Das hat mich motiviert, mich mit dem Gedanken «après tout, pourquoi pas, ça serait super» zu bewerben. Seit dem bin ich hier und bin extrem glücklich und dankbar, ein Teil von diesem Team zu sein und für diesen Ort arbeiten zu dürfen.
Du bist auch Produktdesignerin und Innenarchitektin. Was nimmst du von diesen Fähigkeiten mit in deinen Arbeitsalltag im Haus?
V: Ich habe mit Freude und Überraschung festgestellt, dass meine Kompetenzen, die mit Design Thinking zu tun haben, auch in diesem Job sehr nützlich sein können. Die Fähigkeit, in Konzepten die vielfältigen und komplexen Parameter zusammen zu bringen, eine Vision zu entwickeln, sowie die kommunikativen Kompetenzen sind sowohl in meinen vorherigen Jobs, wie auch jetzt sehr wichtig. Ich glaube, dass die Methoden, die in gestalterischen Prozessen benutzt werden, viel zur organisatorischen Entwicklung beitragen können. Für manche Sachen bringe ich viel Liebe zum Detail mit, auch wenn mehr ästhetisch als organisatorisch – no one is perfect.
Welche Visionen hast du für den Südpol?
V: Ich träume von einem Ort, den Menschen gerne besuchen, weil sie sich willkommen fühlen, wie bei einem guten Freund. Weil sie ohne das Programm zu kennen wissen, dass es immer etwas Spannendes zu entdecken gibt. Für das Programm erhoffe ich mir, dass wir weiterhin mit interessanten, aktuellen Themen und Formaten arbeiten. Ich denke es ist wichtig, den Austausch zwischen lokalen und nationalen Kunstschaffenden zu fördern, da die Synergien, die daraus entstehen, sehr wertvoll sind.
Wenn du den Südpol in einem Stück vorstellen könntest. Wie würde das Bühnenbild aussehen? Wäre es ein Tanz? Eine Performance? Ein Konzert? Ein Theater?
V: Ab und zu träume ich im Geheimen von einem riesigen Roboterarm in der Shedhalle, der auf Grund der Inputs vom Publikum und den Künstlern live ein Bühnenbild für eine Tanz Performance in 3D druckt.
Was vermisst du im Homeoffice?

V: Diese wundervollen Momente, wenn sich während Veranstaltungen, bei einem leckeren Essen von Manuel und mit den grossen Herzen meiner Arbeitskolleg*innen verschiedene Welten und Universen kreuzen und in Kontakt treten. Den Moment, wenn Menschen mit einem Lächeln aus einer Aufführung kommen und sagen «danke, dass ihr dieses Stück im Programm habt». Früher war ich es gewohnt, mit Materialien zu arbeiten und sehr schnell ein Ergebnis zu sehen. Im Südpol hat das eine andere Dimension angenommen. Das Ergebnis und die Zeichen, dass ich meine Arbeit gut gemacht habe, bemerkte ich an Momenten, die ich mit den Besuchern teile. Am meisten vermisse ich deshalb euch alle, für die wir unsere Arbeit machen, und die den Südpol lebendig machen.

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